Wie aus einem Hobby mit MS plötzlich mehr wurde

Hobby mit MS – Sketchnotes, Zeichnungen und meine kleine Puppe

Manchmal entwickeln sich Dinge, ohne dass man sie geplant hat. Bei mir wurde aus einem alten Hobby plötzlich viel mehr, als ich selbst erwartet hätte.

Aber eigentlich beginnt die Geschichte viel früher.

Muss man erst krank werden, um ein altes Hobby wiederzuentdecken?

Keine Ahnung. Bei mir war es jedenfalls so.

In meinem „alten Leben“ hatte ich andere Prioritäten. Ich wollte mein Studium beenden, hatte Pläne und ganz andere Dinge im Kopf.

Dann hat mir die MS einen ziemlich dicken Strich durch die Rechnung gemacht.

Und wenn vieles von dem wegfällt, was vorher den Alltag bestimmt hat, taucht irgendwann etwas auf, mit dem man nicht gerechnet hat: Langeweile.

Wenn die zu groß wird, muss man sich überlegen: Was kann ich machen? Was habe ich früher gerne gemacht? Und vor allem: Was macht mir Spaß?

Gezeichnet habe ich schon als Kind

Ich habe als Kind unheimlich gerne gezeichnet. Kunst und Sport waren meine Lieblingsfächer und Donald-Duck-Comics habe ich mit Begeisterung abgezeichnet.

Sogar meiner älteren Schwester habe ich Bilder für den Kunstunterricht gemalt. Natürlich nicht völlig selbstlos. 😉

Dafür durfte ich ab und zu ein neues Kleidungsstück von ihr tragen. Als kleine Schwester, die sonst fast alles von ihr auftragen musste, war das für mich ein ziemlich guter Deal.

Irgendwann verschwand das Zeichnen aus meinem Alltag. Andere Dinge waren wichtiger.

Wie ich mein Hobby mit MS wiederentdeckte

Schon 2017 habe ich hier auf dem Blog über Langeweile und MS geschrieben. Damals ging es genau um die Frage, womit man sich beschäftigen kann, wenn vieles nicht mehr so funktioniert wie früher.

Dass ich ein paar Jahre später das Zeichnen wieder für mich entdecke und daraus ein richtiges Hobby mit MS wird, das wusste ich damals noch nicht.

 

Mein Hobby mit MS: Sketchnotes und Handlettering

sketchnotes

Mein erster Sketchnote-Kurs war bei Simone Abelmann. Danach folgten weitere Kurse und Webinare. Ich übte, probierte aus, zeichnete und letterte, was der Stift hergab, und hatte vor allem eins dabei: Spaß.

Vielleicht habe ich 2020 also gar kein neues Hobby gefunden. Wie es aussieht, habe ich einfach ein altes Stück von mir wiedergefunden.

GIFs, iPad und noch mehr Zeichnen

Und wie das bei mir so ist: Wenn mich etwas gepackt hat, dann möchte ich mehr wissen.

Ich habe gelernt, eigene GIFs zu erstellen. Später folgte ein Fortgeschrittenenkurs. Dazu kamen iPad-Kurse und Webinare und auch das digitale Zeichnen wurde immer mehr Teil meines Hobbys.

Irgendwann hatte ich sogar meinen eigenen GIPHY-Kanal.

Viele meiner GIFs habe ich speziell für die MS-Community erstellt. Sie können kostenlos gesucht und zum Beispiel in Instagram-Storys verwendet werden.

Meine kleine Puppe aus meinem Hobby mit MS

Weihnachtskarten, Sketchbook und meine Puppe

Ich zeichnete weiter, gestaltete private Weihnachtskarten und erstellte sogar ein eigenes *Sketchbook für meine Zeichenübungen und Sketchnotes.

Und irgendwo auf diesem Weg entstand auch meine kleine Puppe.

Am Anfang sah sie noch etwas anders aus. Mit der Zeit entwickelte sie sich immer weiter – genau wie meine Zeichnungen. Übrigens, ein bisschen Christine steckt auch in ihr. Schaut euch die blonden Haare an. 😉

Dann kam „MS ist …“

Auf Instagram gab es von mir bereits die Serie „MS ist …“ – mit kleinen Sätzen und natürlich immer wieder mit einem Herz. ❤️

Irgendwann kam mir die Idee, meine Puppe mit einzubeziehen. Denn manches, was MS mit einem macht, lässt sich mit einem Bild einfach besser ausdrücken.

Zum Beispiel: MS ist … wie eine Wundertüte.

MS ist

Man steht morgens auf und weiß nie so genau, was einen erwartet. Fatigue? Spastik? Schmerzen? Ein guter Tag? Oder von allem ein bisschen?

Seitdem entstehen immer neue Motive: MS ist … ein Auf und Ab. MS ist … reine Nervensache usw. Ideen habe ich noch einige.

Und plötzlich Postkarten und Kalender?

Was ich nicht erwartet habe: Wie gut die Bilder bei euch ankommen. Und dadurch entstand die nächste Idee.

Warum sollen die Zeichnungen eigentlich nur auf Instagram und meinem Blog bleiben?

Wie wäre es mit Postkarten? Oder sogar einem „MS ist …“-Kalender? Die ersten Planungen laufen bereits, mal schauen was daraus wird.

Und danach? Keine Ahnung. 😉

Ich möchte es gar nicht komplett durchplanen. Schließlich hat auch dieses Hobby einmal ganz klein angefangen.

 

Manchmal muss man einfach mal machen und schauen, was daraus wird.

Versuch macht klug!

Jetzt seid ihr dran!

 

Jetzt möchte ich eure Meinung wissen:

Wie würdet ihr den Satz „MS ist …“ für euch persönlich beenden?

Vielleicht entsteht aus einer eurer Antworten sogar eines meiner nächsten Motive. 😉

Und was haltet ihr von Postkarten, einem Kalender oder etwas ganz anderem?

Schreibt es mir gerne in die Kommentare.

Ich bin gespannt auf eure Ideen!

Deine Christine!

❤️

 

 

 

 

 

 

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10 Comments

  • Markus Sachs 12. September 2026 at 12:21 Reply

    MS ist…. für mich die Herausforderung, so zu leben wie vor der Diagnose.

    • Christine 12. September 2026 at 18:25 Reply

      Hallo Markus, oh ja, das ist es wirklich. Viel Kraft und Erfolg dabei. Gruß Christine

  • Frank 10. September 2026 at 13:47 Reply

    Hallo Christine!

    Endlich habe ich die Gelegenheit, meinen angekündigten Kommentar zu schreiben. Das Leben hält manchmal solche Überraschungen bereit, und diese ist besonders schön, weil wir alle von deiner Kreativität profitieren.

    Liebe Grüße Frank

    • Christine 10. September 2026 at 19:57 Reply

      Lieber Frank,
      das stimmt, wir müssen das nehmen, was mir noch machen können 😉 und Kreativität war immer schon MEINS.
      Liebe Grüße Christine

  • Peter Lehmann 10. September 2026 at 9:13 Reply

    Liebe Kreativmaus,
    auch bei diesem Thema kann ich nur staunen. Da ist bei allem Frust und allem Leid immer ein Lächeln. Kein Klagen darüber was Du nicht mehr kannst, kein Wort über Resignation oder Aufgabe. Immer auf der Suche nach machbaren Wegen und Alternativen für ein akzeptables und erfülltes Dasein. Freude und Zufriedenheit über kleine Erfolge und verbliebene oder wiederentdeckte Fähigkeiten.

    Ich wünsche Dir, dass Deine kreativen und konstruktiven Fertigkeiten nie versiegen und Du Deine Vorstellungen von einem guten Leben immer umsetzen und Deine Erfahrungen weitergeben kannst. 

    Ich finde Deine fröhlichen Zeichnungen mit ihren Botschaften so was von gelungen, zaubern sie doch dem Betrachter ein Lächeln aufs Gesicht und sind eine charmante Aufforderung positiv zu denken.

    Für mich ist die MS ein Zug mit dem Ziel “Nirgendwo” und einem  unberechenbaren Zugführer. Um so wichtiger, dass ich die Weichen und die Bremsen kontrolliere.

    • Christine 10. September 2026 at 10:46 Reply

      Lieber Peter,
      Vielen lieben Dank für diese schönen Worte. Du weißt doch, immer weiter und wenn es geht nach VORNE.
      Das ist mein Motto, außerdem natürlich: Versuch macht klug. So lerne ich immer wieder etwas Neues.
      Ich denke, das ist für die Synapsen gar kein schlechtes Training, um kognitiv noch bei der Stange zu bleiben.
      Das Bild mit dem Zug finde ich übrigens ganz treffend formuliert.
      Hauptsache wir sitzen weiterhin am Steuer und können im Notfall eine Bremse ziehen oder die Weichen richtig stellen.
      In diesem Sinne heiter weiter. Liebe Grüße Christine

  • Sylvia Pintarelli 8. September 2026 at 20:13 Reply

    MS ist ….. Ungeduld in Gelassenheit zu wandeln

    • Christine 8. September 2026 at 20:14 Reply

      Oh ja, da sind wir bereits Weltmeister drin 😉

  • Karin Schmid 8. September 2026 at 14:27 Reply

    Liebe Christine

    Ja!
    Postkarten von dir!
    Gerne!

    Ganz herzliche Grüsse aus Zürich zu dir🥰
    …würde sofort einige kaufen davon!…

    • Christine 8. September 2026 at 16:06 Reply

      Danke liebe Karin. Herzliche Grüße zurück! 💕

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