MS und Schmerz – neue Beschwerden

MS_und_Schmerz, wenn neue Symptome hinzukommen

MS und Schmerz – wenn neue Beschwerden dazukommen:

Lange Zeit habe ich mit meiner MS erstaunlich wenig Schmerzen durchlebt. Doch mit zunehmender Behinderung verändert sich mein Alltag – und damit auch mein Körper.

Heute merke ich immer öfter, wie MS und Schmerz zusammenhängen. Bewegungen fallen schwerer, manche sind gar nicht mehr möglich.

Der Körper versucht vieles auszugleichen, was früher selbstverständlich war, wird heute zur artistischen Übung.

Genau daraus entstehen neue Belastungen für Muskeln, Gelenke und manchmal auch für die Nerven.

Bei mir entstehen Schmerzen zum Beispiel durch Spastik, also eine erhöhte Muskelspannung, die bei MS häufig vorkommt. Auch das ständige Abstützen, etwa beim Aufstehen, Umsetzen oder beim Gehen mit Hilfsmitteln, belastet Muskeln und Gelenke. Es wird nicht einfacher!

Wenn Bewegungen eingeschränkt sind, verändert sich automatisch der gesamte Bewegungsablauf. Schnell entwickeln wir Fehlhaltungen und Überlastungen, die wiederum Schmerzen verursachen. Der Körper arbeitet dann ständig gegen diese Spannungen an. Das macht sich bemerkbar …


Schmerzen sind bei MS keine Seltenheit

Viele Menschen denken bei MS und Schmerz zuerst an Nervenschmerzen.

Tatsächlich gehören Schmerzen zu den sogenannten unsichtbaren Symptomen der Multiplen Sklerose. Sie werden leider oft unterschätzt.

Studien zeigen, dass bis zu 75–80 % der Menschen mit MS im Laufe der Erkrankung Schmerzen entwickeln. Ich finde, das ist wirklich eine große Menge.

Bei manchen treten sie sogar schon im frühen Krankheitsverlauf auf.

Hinzu kommt, dass viele Beschwerden gleichzeitig auftreten. Zum Beispiel Rücken-, Gelenk-, Migräne- oder Blasenschmerzen.

Die Wahrnehmung von Schmerz ist dabei sehr individuell. Was für den einen Patienten noch gut auszuhalten ist, kann für den anderen sehr belastend sein.


Welche Arten von MS Schmerz / Schmerzen gibt es?

Medizinisch unterscheidet man grundsätzlich zwei Hauptformen.

Neuropathische Schmerzen – Sie entstehen direkt durch Schäden an den Nerven im Gehirn oder Rückenmark.

Die geschädigten Nerven senden Schmerzsignale, obwohl kein äußerer Reiz vorhanden ist.

Diese Schmerzen fühlen sich häufig brennend, stechend, kribbelnd oder elektrisierend an und können ganz plötzlich auftreten. Das ist wirklich sehr unangenehm!

Typische Beispiele sind Trigeminusneuralgien mit einschießenden Gesichtsschmerzen. Das Lhermitte-Zeichen, bei dem beim Vorbeugen des Kopfes ein stromartiges Gefühl entlang der Wirbelsäule in Arme oder Beine ziehen kann. Einige Patienten erleben auch chronische Missempfindungen wie Brennen, Kribbeln oder ein Einschnürgefühl im Körper.

Ich sage nur: “Ritterrüstungsgefühl.” Das war bis jetzt mit das schlimmste Symptom, das ich erlebt habe.

Daneben gibt es indirekte Schmerzen, die nicht direkt durch die Nervenschädigung entstehen, sondern durch die Folgen der MS.

Dazu gehören Schmerzen durch Spastik, Muskelverspannungen, Fehlhaltungen oder eingeschränkte Beweglichkeit.

Auch langes Sitzen, Druckstellen oder schlecht angepasste Hilfsmittel können Beschwerden auslösen.

Gerade wenn die Erkrankung fortschreitet, treten diese körperlichen Belastungsschmerzen häufiger auf. Das erlebe ich zurzeit hautnah!


Wenn Bewegung oder Wärme nicht mehr ausreichen:

Man versucht vieles, um den Alltag mit MS und Schmerz irgendwie zu schaffen. Bewegung, Ruhe, Dehnen oder Wärme helfen manchmal – aber eben nicht immer.

Normalerweise hilft mir Ibuprofen 600 ganz gut über die Runden. Vor Kurzem habe ich jedoch für zwei Tage – minimal dosiert – Novalgin genommen.

Und ehrlich gesagt: Es war einfach eine kleine Erleichterung, endlich weniger Schmerzen zu spüren. Schmerzen muss nämlich kein Mensch in der heutigen Zeit ertragen.

Ich bin kein großer Medikamentenfreund, suche alternative Lösungen, aber manchmal muss das einfach sein!


Eure Erfahrungen mit Schmerzmitteln:

 

Ich habe auf Instagram gefragt, welche Schmerzmittel euch bei MS oder chronischen Schmerzen helfen.

Eure Antworten zeigen sehr deutlich, wie unterschiedlich jeder Körper reagiert.

Viele von euch haben folgende Medikamente genannt:

Ibuprofen (600–800 mg)
Novalgin / Novaminsulfon
Naproxen
Paracetamol
Pregabalin
Tilidin
Tramadol
Oxycodon
Celecoxib / Coxibe
Sativex oder Cannabispräparate
CBD-Öl
• verschiedene Medikamentenkombinationen

Einige schreiben auch ganz offen: Nichts hilft perfekt, aber wir versuchen jeden Tag weiterzumachen und unseren eigenen Weg im Umgang mit MS und Schmerz zu finden.


Was bei MS-Schmerzen zusätzlich helfen kann:

Die Behandlung von MS und Schmerz besteht häufig aus mehreren Elementen, wie zum Beispiel:

  • Medikamente gegen Nervenschmerzen oder Muskelverspannungen

  • Physiotherapie und Bewegung, um Fehlhaltungen zu vermeiden

  • gut angepasste Hilfsmittel, die den Körper entlasten

  • Entspannungsübungen oder ergänzende Therapien

Oft ist eine kombinierte Behandlung am sinnvollsten, weil Schmerzen bei MS viele unterschiedliche Ursachen haben können.


Wichtig: Jeder Körper reagiert anders!

Bitte denkt immer daran:

📌 Jeder Körper ist anders.
📌 Jede MS ist anders.

📌 Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung

Sprecht immer mit eurem Arzt oder eurer Ärztin darüber, was für euch und eure Schmerzen infrage kommt.

Speichert den Beitrag ab, damit ihr die Liste beim nächsten Arztgespräch griffbereit habt.

Vielleicht hilft sie euch als Orientierung oder als Gesprächseinstieg.

PDF DOWNLOAD HIER


Weniger MS Schmerz bedeutet mehr Lebensqualität!

 

Nicht jeder MS-Schmerz lässt sich komplett vermeiden oder beseitigen. Aber vieles kann helfen, ihn zu lindern und besser damit umzugehen.

Wichtig ist es vor allem, auf den eigenen Körper zu hören und Beschwerden ernst zu nehmen.

Am Ende des Tages bedeutet weniger Schmerz vor allem eines:

Mehr Lebensqualität im Alltag mit MS.

Könnt ihr noch etwas ergänzen?


Welche Schmerzen habt ihr bei MS – und was hilft euch dagegen?

Ich wünsche euch von Herzen eine möglichst schmerzarme Zeit

und denkt dran:

Versuch macht klug & heiter weiter! 😉

Deine Christine! ❤️

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Da geht noch was...! Immer weiter und wenn es geht nach VORNE! Information, Motivation und eine Menge Spaß.

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